Industriestandort und Wirtschaftszentrum
Zur Industriestadt entwickelte sich der Ort ab 1835, als mit dem Adler (Dampflokomotive, erbaut von den englischen Ingenieuren Georg und Robert Stephenson) der kommerzielle Schieneverkehr zwischen Nürnberg und Fürth begann. Den Zweiten Weltkrieg (1939-1945) überstand die Stadt mit nur etwas elf Prozent Zerstörung, sodass sich die schöne alte Bausubstanz überwiegend erhalten blieb. Fürth besteht aus 18 Stadtbezirken, die alle ihre ganz spezifischen Besonderheiten aufweisen. In der Innenstadt befinden sich exakt 1.169 Baudenkmäler, was zu einem auffallend interessanten Stadtbild führt.
Die Altstadt von Fürth ist Leben pur, ein Zentrum in dem Tag und Nacht etwas los ist. Neben schicken oder gemütlichen Restaurants gibt es urige Kneipen, Cafés, die Behaglichkeit verströmen und Geschäfte, die zum Shopping einlade. Als Wohnraum sind die historischen Gebäude mit den heimeligen Hinterhöfen in den schmalen Gassen begehrt, besonders bei der jüngeren Generation, wobei die Altersstruktur durchaus gemischt ist. Das Wohngebiet Stadtpark - Stadtgrenze zeichnet sich durch hochwertige Altbau- und Loftwohnungen am Flusslauf der Rednitz aus, entlang der Bahn ist der Wohnraum eher einfach gehalten, der Bereich dazwischen zählt zu den guten Wohnlagen. Etwas Besonderes stellt die Hornschuchpromenade mit den herrschaftlichen, eleganten Gründerzeit-Häusern dar, die reich verzierten Balkone, Fensterumrandungen und Erker gelten als ziemlich einzigartig. Die Wohnungen eignen sich aufgrund der Ruhe und der Zentrumsnähe auch für Familien, wobei die Preise der Immobilien und für die Mieten zur gehobenen Klasse zählen.
Der krasse Gegensatz zur Altstadt und Stadtpark - Stadtgrenze ist die nördliche Südstadt hinter dem Bahnhof. Die Menschen leben in dem Viertel dicht gedrängt mit wenig Grün- und Freiflächen, und stammen aus Allerherren Ländern, viele suchen schon lange nach einer regelmäßigen Arbeit. In der Gegend gibt sozialen Spannungen, was zu keiner wirklich guten Wohnatmosphäre führt. Die angrenzende östlich Südstadt hingegen hat sich nach dem Abzug der Amerikaner zu einem (durchaus bezahlbaren) Paradies für Familien entwickelt. Das architektonisch mehrfach prämierte Gebiet zieht vor allem junge Familien an, besonders da für sie eine entsprechende Infrastruktur zur Verfügung steht. Die gelungene Umwandlung der historischen Gebäude am Südstadtpark schaffte modernen, komfortablen Wohnraum ohne den Gesamteindruck der Bebauung zu zerstören, der Parks selbst als grüne Lunge der Stadt verwandelte das Umfeld in eine Oase der Ruhe. Eine ganz eigene Atmosphäre entstand durch die Mischung alter und neuer Bausubstanz, wie die Veränderung der tristen Militärbauten oder der alten Produktionshalle in schicken, teilweise äußerst luxuriösen Wohnraum zeigt. Gelungen ist ebenfalls die Sanierung der Backstein-Ensembles des neunzehnten Jahrhunderts. Die westliche Südstadt am Rand des Landschaftsschutzgebietes gilt mit dem alten Baumbestand und großen Grünflächen als ein Ort für Naturliebhaber, aber auch für Familien. Das das Gebiet verändert zwar in Richtung Innenstadt sein Gesicht, die Wohnungen in den Miethäusern mit den erstaunlich grünen Innenhöfen sind aber durchaus beliebt, besonders bei Singles, jungen Paaren und Familien.
Ein besonders schöner Ortsteil von Fürth ist Dambach, rund um den noch immer ländlichen strukturierten Ortskern sind im Laufe der Zeit neue Wohngebiete entstanden. Die typischen Einzel- und Doppelhäuser der unter Denkmalschutz stehenden ehemaligen Housing Area der Amerikaner sowie die denkmalgeschützten Villen und die Villenanlage von Gustav Schickedanz passen sich gut in das Ortsbild ein und verleihen ihm einen Hauch von Eleganz. Den negativen Gegensatz zu einer gewachsenen respektive modernen Bebauung mit gelungener Stadtplanung stellt die Hardthöhe als typisches Beispiel der eher tristen Architektur der sechziger Jahre dar.