Bremerhaven und seine Stadtteile
Mit den neun Stadtteilen, die zum Teil aus sehr alten Urbanisationen zusammengesetzt sind, hat Bremerhaven seinen Anwohnern für jeden Geschmack das Richtige zu bieten. Das nördlich des Grauwallkanals liegende Waddewarden ist ein hübscher Stadtteil im Nordwesten der Stadt und dabei gleichzeitig die südlichste Besiedlung der "Land Wursten" (Marschlandschaft). Die Gemeinde zählt nach der Erweiterung des Containerterminals formal zum Hafen, hat sich aber ihren dörflichen Charakter bewahrt. Auf dem stillgelegten Gelände der Carl-Schurz-Kaserne entstand ein Dienstleistungs- und Gewerbezentrum, was sich auch in der gemischten Bevölkerung von Waddewarden widerspiegelt, die hübschen, teilweise sehr alte Gebäude sorgen für ein interessantes Straßenbild. Auch im angrenzende Stadtteil Lehe lassen die schönen Gründerzeitbauten das Herz eines jeden Architekturbegeisterten höher schlagen, hier finden sich ganze Straßenzüge mit wunderschönen Häusern und auch Villen aus der Vergangenheit. Durch Nähe zur Bremerhavener Innenstadt ist Lehe begehrtes Wohngebiet, ruhig aber dennoch idyllisch. Der Speckenbütteler Park lädt zu langen Spaziergängen ein, das Freilichtmuseum darin informiert über die abwechslungsreiche Vergangenheit. Hier sind das gehobene Bürgertum und die Wissenschaft zu Hause, die Immobilien und Mieten liegen über dem Stadtdurchschnitt.
Die Leherheide im Norden mit ihren gut elf Metern über NN ist der höchste Punkt von Bremen, die zweiundvierzig Häuser der 1935 entstandene Siedlung am Buchenweg sind begehrte, aber kaum zu erwerbende Objekte. Das in den sechziger und siebziger Jahren entstandene, angrenzende Neubaugebiet hat den Charme jeder Satellitenstadt aus dieser Zeit, ein Großteil davon besteht aus Sozialer Wohnungsbau mit den entsprechenden Brennpunkten. Das Gebiet "Schifferdorferdamm" hingegen, das direkt neben der Leherheide liegt, ist genau wie Surheide in unmittelbarer Nachbarschaft eher ruhig und verfügt über eine hübsche Bebauung. Surheide entstand erst 1937 als Arbeitersiedlung, heute ist die Bevölkerung eher gemischt. Wulsdurf im Süden von Bremerhaven stammt von 1139 und ist somit zu den alten Stadtteilen zu zählen. Durch den sich im Westen befindlichen Hafen beherbergt der Stadtteil viele Arbeiter, aber auch Angestellte dieses Industriezweigs. Die Häuser stammen großteils aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg, einfach, aber für heutige Anwohner mit gewissem Charme. Allerdings zeigen sich auch hier die Bausünden der sechziger bis neunziger Jahre, sodass das Stadtbild uneinheitlich ist.
In Bremerhaven Mitte schlägt das Herz der Metropole. Nach dem Krieg völlig zerstört wurde der Stadtkern fast vollständig wieder aufgebaut, ein modernes Stadtzentrum, das auch als Wohnraum nicht nur für Nachtschwärmer interessant ist. Die schicken Appartements gehören zur gehobenen Preisklasse, sehr große Wohnungen allerdings sind eher rar. Für die angenehmen Zeiten des Lebens sorgen elegante Restaurants, mondäne Bars und urige Kneipen sowie ein umfangreiches Kulturangebot mit Theater, Kinos und Museen aber auch exklusive Einkaufspassagen und Gourmetläden. Das Richtung Fischereihafen angrenzende Geestmünde zeigt die ersten Anzeichen einer typischen Hafenregion, die Bebauung ist gemischt und in Teilen nicht besonders attraktiv, da fünfundsiebzig Prozent im Zweiten Weltkrieg zerstört wurden. Die Mietpreise sind günstig, der Wohnraum nicht wirklich gesucht. Im Fischereihafen mit dem angrenzenden Wohngebiet herrscht eine gemischte Bebauung vor, hier leben viele Arbeiter und Fischer, sowohl in kleinen Häusern in hübschen Gärten als auch in "Mietskasernen".